Klimaschutz-Teilkonzept "Klimaschutz in eigenen Liegenschaften"

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Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Aktivitäten, die einen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten. Sie decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab, von der Konzepterstellung bis hin zu investiven Maßnahmen. Von den Programmen und Projekten der Nationalen Klimaschutzinitiative profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Kommunen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen."

Klimaschutz-Teilkonzept "Klimaschutz in eigenen Liegenschaften" der Samtgemeinde Sibbesse

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Zusammenfassung

Informationen zu den Liegenschaften
Die Anzahl der untersuchten Liegenschaften betrug 31, mit einer Gesamt-Bruttogrundfläche von 15.982m².Dabei wurden alle Liegenschaften gemäß des Antrages untersucht.


Potenzialbetrachtung
Die Potenzialbetrachtung ergab ein Gesamteinsparpotenzial von 164 Tonnen an CO2pro Jahr bei Investitionskosten von 1000T €. Das entspricht 24 % der heutigen Gesamtemissionen in Höhe von 690 Tonnen pro Jahr.

Umsetzung des Konzeptes
Eine Umsetzung des Konzeptes ist vorgesehen.

kurzfristige Maßnahmen
1. Einführung eines Klimaschutzkonzepts
2. Einbau eines BHKW in der Grundschule
Die Umsetzung der kurzfristigen Maßnahmen können etwa 200 tCO2einsparen, entsprechend 100 % des möglichen Einsparpotenzials bei 155 T € Investitionskosten. Die durchschnittliche Amortisierungszeit liegt dabei bei 3,5 Jahren.
Die Umsetzung einzelner Maßnahmen hat bereits begonnen.

mittel- und langfristige Maßnahmen
Die mittel- und langfristigen Maßnahmen weisen darüber hinaus ein CO2-Einsparpotenzial von ca. 170 t/a. Dies entspricht mehr als 50%. Eine Umsetzung ist tlw. vorgesehen. Die Energiekosteneinsparung über alle Maßnahmen beträgt 37,9 T €/a.

Die Samtgemeinde Sibbesse ist bestrebt, langfristig die Energieeffizienz ihrer Liegenschaften zu verbessern. So wird bei Instandsetzungen und Neuinvestitionen die Energieleistung der Bauteile und Bauwerke ein wesentlicher Bestandteil der Entscheidungsfindung sein.
Die Maßnahmen, die in diesem Konzept wirtschaftlich nicht überzeugen konnten, werden im Rahmen des Energiecontrollings regelmäßig betrachtet und eine Umsetzung angestrebt, sobald diese wirtschaftlich vertretbar sind.

Die wichtigsten Inhalte der geplanten Energie-/Verbrauchserfassung (Controlling) sind:
>Implementierung eines Excel basierten Instrumentes zur Erfassung und Auswertung der Energiedaten
>Jährliche Auswertung der Kennzahlen aus der Verbrauchserfassung
>Strategische Planung zur Fortsetzung des Klimaschutzkonzeptes.

Schlussbericht

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Das Ing.-Büro Wienecke, Hillebrecht & Partner hat in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses Fachbereich III - Bauverwaltung - am 24.10.2013 Zwischenergebnisse des Projektes vorgestellt. Herr Dipl.-Ing. Andreas Behnsen erläuterte hierbei noch einmal die einzelnen Bausteine sowie anhand einiger Beispiele die konkreten Ergebnisse der Untersuchungen. Die Objekte der Bausteine 2 und 3 sind bereits alle begangen und aufgenommen worden. Daraus resultierenden werden die Ergebnisse zusammengetragen, bewertet und Einsparungsmöglichkeiten erarbeitet.
 
Zusammen mit der Verwaltung wurde ein Organisationskonzept ausgearbeitet, in dem zukünftig die Energieverbräuche objekt- und nutzungsbezogen gesammelt, aber auch bewertet werden können.
Der Schlussbericht soll bis Ende des Jahres 2013 erstellt werden.

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Das Klimaschutzkonzept besteht aus drei Bausteinen. Im Baustein 1 erfolgt eine Analyse der Verbrauchsdaten und die Einführung eines Controllings für die Ermittlung und Auswertung der Verbrauchsdaten, im Baustein 2 eine Begehung und Grobanalyse ausgewählter Liegenschaften und im Baustein 3 eine detaillierte Betrachtung von fünf Liegenschaften einschließlich der Erarbeitung von konkreten Vorschlägen für Energieeinsparungsmaßnahmen. Das Ing.-Büro Wienecke, Hillebrecht & Partner hat zwischenzeitlich den Baustein 1 abgearbeitet. Die Bausteine 2 und 3 werden zur Zeit bearbeitet.

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Der Europäische Rat hat sich im Oktober 2009 auf das Ziel geeinigt, im Rahmen der laut Weltklimarat (IPCC) erforderlichen Reduzierungen seitens der Gruppe der Industrieländer die Emissionen der EU bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 % gegenüber dem Niveau von 1990 zu verringern. Die Bundesregierung hat deshalb im Energiekonzept vom 28. September 2010 beschlossen, die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis zum Jahr 2020 um 40 %, bis zum Jahr 2030 um 55 %, bis zum Jahr 2040 um 70 % und bis zum Jahr 2050 um 80-95 % unter das Niveau von 1990 zu senken.In Kommunen entsteht ein hoher Anteil der Treibhausgasemissionen. Zugleich liegen hier große Potenziale für deren Minderung. Die Notwendigkeit, bis zum Jahr 2050 dieTreibhausgasemissionen um 80-95 % zu reduzieren, zieht nach sich, dass alle Städte und Gemeinden, aber auch private Haushalte und die örtliche Industrie in den nächsten 40 Jahren ein Treibhausgasemissionsniveau nahe Null erreicht haben müssen. Daher wird seit 2008 die Erstellung kommunaler Klimaschutzkonzepte für alle klimarelevanten Bereiche einer Kommune im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) finanziell unterstützt.
 
Klimaschutz-Teilkonzepte dienen als strategische Planungs- und Entscheidungshilfen, um zu zeigen, wie z.B. durch eine abgrenzbare, besonders klimafreundliche Maßnahme (z.B. Klimaschutz in eigenen Liegenschaften) Treibhausgase und Energieverbräuche nachhaltig reduziert werden können.
 
Klimaschutz-Teilkonzepte analysieren die spezifische Ausgangssituation sowie die technisch und wirtschaftlich umsetzbaren CO2-Minderungspotenziale. Sie zeigen Entscheidungsträgern, wie kurz-, mittel-und langfristig Klimaschutzpotenziale erschlossen werden können. Klimaschutz-Teilkonzepte zur Anpassung an den Klimawandel identifizieren klimabedingten Bedarf an Anpassung und zeigen Handlungsmöglichkeiten für eine erfolgreiche Anpassung vor Ort auf. Die in den Teilkonzepten erarbeiteten Maßnahmen sollten dem Prinzip der Nachhaltigkeit (ökologische, soziale und ökonomische Ausgewogenheit des Han­delns) Rechnung tragen.
 
Der Rat der Samtgemeinde Sibbesse hat daher am 08.04.2013 beschlossen, ein Klimaschutz-Teilkonzept "Klimaschutz in eigenen Liegenschaften" erstellen zu lassen.
 

Das Ing.-Büro Wienecke, Hillebrecht & Partner wurde nach entsprechender Ausschreibung mit der Erstellung des Klimaschutz-Teilkonzeptes beauftragt. In diesen Rahmen werden nunmehr ca. 40 Liegenschaften mit einer Bruttofläche (BGF) von ca. 19.000 m² hinsichtlich der Gebäudetechnik sowie der Verbrauchsdaten untersucht und bewertet. Fünf Liegenschaften werden dabei einer intensiven Betrachtung unterzogen, deren Ergebnisse ggf. zu investiven Maßnahmen mit der Ziel der langfristigen Energieeinsparung führen sollen.


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